„Bauern und Arbeiter in einer Partei“: Die Wiedergründung der SPÖ Bäuerinnen und Bauern nach 1945

Am 2. August 1945 berichtete die Tageszeitung „Neues Österreich“ über die Gründung des „Österreichischen Arbeitsbauernbundes“ durch Unterstaatssekretär Alois Mentasti. Damit wurde eine Nachfolgeorganisation für den Verband der „Freien Arbeitsbauern“ geschaffen, der im Jahre 1934 von den NationalsozialistInnen verboten und aufgelöst wurde. Die Büroräumlichkeiten befanden sich bereits damals in der Löwelstraße 18, seit Juli 1945 Sitz der heutigen SPÖ-Bundesgeschäftsstelle. Darüber hinaus erhielten alle Bezirksorganisationen ein entsprechendes „Agrarreferat“ zur fachlichen Unterstützung an ihre Seite gestellt. (1) Österreich stand nach den Folgen von Krieg …

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Das erste sozialdemokratische Agrarprogramm 1925

Auf dem Parteitag 1924 in Salzburg wurde die Einsetzung einer „Agrarpolitischen Kommission“ beschlossen, die mit der Ausarbeitung eines sozialdemokratischen Agrarprogramms betraut wurde. Ein knappes Jahr später, am 27. September 1925, berichtete die „Arbeiter-Zeitung“ ausführlich über den vorliegenden Entwurf, der vor allem die Gesellschaftsordnung in der österreichischen Landwirtschaft anprangerte. Mit Blick auf Großbritannien wurde davor gewarnt, dass „in der kapitalistischen Gesellschaft der landwirtschaftliche Großbetrieb den Bauern ebenso niederkonkurrieren werde, wie etwa die Seifenfabrik den Seifensieder niederkonkurriert hat“ [1]. …

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SPÖ Bäuerinnen und Bauern – Von der Gründung in der 1. Republik bis zur Neuzeit

Die Organisation der SPÖ Bäuerinnen und Bauern gründet sich am 17. März 1923 als „Vereinigung der Kleinbauern, Weinbautreibenden und Kleinpächter“. Alois Mentasti, zu dieser Zeit Vizebürgermeister der niederösterreichischen Gemeinde Sooß und Landesbauernkammerrat, übernimmt den Vorsitz. Im Jahr 1926 zählen die SPÖ Bäuerinnen und Bauern bereits 6.157 Mitglieder, die in rund 1.000 Gemeinden und 253 Ortsgruppen aktiv sind. Die Verbandsleitung fördert zu dieser Zeit den Ausbau des Genossenschaftswesens. In den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen entstehen …

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Der Kampf um das Wahlrecht: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie IV

Bild v.l.n.r.: Josef Witternigg und Robert Preußler (Steinocher-Archiv). Der Wahlschwindel bei der Gemeinderatswahl 1904 in der Stadt Salzburg sollte auch im darauffolgenden Jahr ein bestimmendes Thema bleiben. So kam es am 30. Juli 1905 im Schanzlgarten zu einer Protestversammlung von mehr als 3.000 Personen. Wenige Tage zuvor, am 24. Juli, beschloss der bürgerlich-klerikale Gemeinderat der Stadt Salzburg eine „Reform des Gemeindewahlrechts“. In Wahrheit sollte dies jedoch lediglich den zuvor stattgefundenen Wahlschwindel legitimieren. So marschierten sozialdemokratische …

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Hart erkämpfte Erfolge der Anfangsjahre: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie III

Bei den Reichsratswahlen 1901 errangen die SozialdemokratInnen im Kronland Salzburg weitere Stimmenzuwächse, wenngleich es durch das ungerechte Wahlsystem nicht gelang, einen Sitz im Abgeordnetenhaus zu erringen. Immerhin entfielen etwa in Saalfelden zwei Drittel der abgegebenen Stimmen in der fünften Kurie auf den sozialdemokratischen Kandidaten. Auch in Bischofshofen konnte man mehr als die Hälfte aller Stimmen in der allgemeinen Wählerklasse auf sich vereinigen. Lediglich in der Stadt Salzburg war der Wahlausgang – mit Ausnahme von Itzling …

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Die Partei der ArbeiterInnen entsteht: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie II

Bild v.l.n.r.: Jakob Prähauser und Jakob Viehauser (Steinocher-Archiv). Der Einigungsparteitag 1888/89 in Hainfeld trug auch im Bundesland Salzburg zu einer positiven Entwicklung der ArbeiterInnenbewegung bei. So wurden rasch neue Fachvereine gegründet, die sich allerdings noch nicht „Gewerkschaft“ nennen durften. Die nun jährlich stattfindenden Parteitage in Wien halfen zusätzlich, den bisher losen Gedankenaustausch mit anderen GenossInnen zu intensivieren. Nach dem Parteitag 1891 formierte sich in Salzburg erstmals ein Landesparteikomitee, zu dessen Obmann Franz Egger gewählt wurde. …

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Die Anfänge der ArbeiterInnenbewegung: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie I

Bild: Der 1. Mai 1892 – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (Steinocher-Archiv) Mit dem Vereinsgesetz von 1867 erhielt die ArbeiterInnenbewegung eine erste legale Grundlage für ihre Aktivitäten. Zunächst wurden Bildungsvereine gegründet, da politische Vereine verboten waren. Die Behörden waren angehalten, jeden Verein umgehend aufzulösen, falls dieser seine statutenmäßige Wirksamkeit überschreiten sollte. Am 11. März 1868 wurde um Genehmigung des ersten „Arbeiter-Bildungsvereins“ in der Kronlandeshauptstadt Salzburg angesucht. Dabei wurde als Vereinszweck „die Hebung des Arbeiterstandes in geistiger, sittlicher, …

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