Der Kampf um das Wahlrecht: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie IV

Bild v.l.n.r.: Josef Witternigg und Robert Preußler (Steinocher-Archiv). Der Wahlschwindel bei der Gemeinderatswahl 1904 in der Stadt Salzburg sollte auch im darauffolgenden Jahr ein bestimmendes Thema bleiben. So kam es am 30. Juli 1905 im Schanzlgarten zu einer Protestversammlung von mehr als 3.000 Personen. Wenige Tage zuvor, am 24. Juli, beschloss der bürgerlich-klerikale Gemeinderat der Stadt Salzburg eine „Reform des Gemeindewahlrechts“. In Wahrheit sollte dies jedoch lediglich den zuvor stattgefundenen Wahlschwindel legitimieren. So marschierten sozialdemokratische …

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Hart erkämpfte Erfolge der Anfangsjahre: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie III

Bei den Reichsratswahlen 1901 errangen die SozialdemokratInnen im Kronland Salzburg weitere Stimmenzuwächse, wenngleich es durch das ungerechte Wahlsystem nicht gelang, einen Sitz im Abgeordnetenhaus zu erringen. Immerhin entfielen etwa in Saalfelden zwei Drittel der abgegebenen Stimmen in der fünften Kurie auf den sozialdemokratischen Kandidaten. Auch in Bischofshofen konnte man mehr als die Hälfte aller Stimmen in der allgemeinen Wählerklasse auf sich vereinigen. Lediglich in der Stadt Salzburg war der Wahlausgang – mit Ausnahme von Itzling …

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Die Anfänge der ArbeiterInnenbewegung: Geschichte der Salzburger Sozialdemokratie I

Bild: Der 1. Mai 1892 – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (Steinocher-Archiv) Mit dem Vereinsgesetz von 1867 erhielt die ArbeiterInnenbewegung eine erste legale Grundlage für ihre Aktivitäten. Zunächst wurden Bildungsvereine gegründet, da politische Vereine verboten waren. Die Behörden waren angehalten, jeden Verein umgehend aufzulösen, falls dieser seine statutenmäßige Wirksamkeit überschreiten sollte. Am 11. März 1868 wurde um Genehmigung des ersten „Arbeiter-Bildungsvereins“ in der Kronlandeshauptstadt Salzburg angesucht. Dabei wurde als Vereinszweck „die Hebung des Arbeiterstandes in geistiger, sittlicher, …

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Die Anfänge der Erinnerungskultur in Salzburg

Das Gedenken an die Opfer des Faschismus am 1. November am Kommunalfriedhof hat in Salzburg eine lange Tradition. Diese symbolische Würdigung ist eine wichtige Verpflichtung – in der unmittelbaren Nachkriegszeit war dies jedoch keine Selbstverständlichkeit. Am 15. Juli 1946 wurde vonseiten des SPÖ-Gemeinderatsklubs der Stadt Salzburg der Antrag gestellt „dass bei Neu- und Umbenennungen von Straßen und öffentlichen Plätzen in erster Linie den Opfern des Faschismus Rechnung getragen wird“. Man trat auch dafür ein, dass …

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